In den USA – Hürden der ersten Tage

Christoph Merten
von Christoph Merten

Ich wollte schon immer in die USA. Da ich es bisher aber nicht geschafft habe, musste es unbedingt noch im Studium sein. Das fiel mir allerdings wieder sehr spät ein. Es gab viele Formulare auszufüllen, eine Botschaft zu besuchen, Kurse auszusuchen, Flüge zu buchen etc. Doch als der Bürokratie-Stress durch war, kam dann langsam Vorfreude auf.

Ich entschied mich für die California State University Fullerton, da ich mit einem Student aus Mittweida, der ein Jahr vor mir dort war, geschrieben hatte. Er konnte es mir nur empfehlen und als ich mich selbst weiter über die Uni informierte, fiel mir die Entscheidung leicht – CSUF it is!

Tipp: Schreibt Leute an, die da waren/sind wo ihr hin wollt.

Meine Reise begann mit der Zugfahrt von Berlin nach Köln. Obwohl ich in weniger als 48 Stunden Amerikanischen Boden betreten würde, war ich immer noch obdachlos. Jedoch hatte ich das Glück via Couchsurfing von einem Host aus Boston angeschrieben zu werden (nachdem ich mich schon vielmals vergebens bemüht hatte). Ich war schon auf eine Flughafenübernachtung eingestellt, schlief nahe Köln bei einem Kumpel und machte mich am nächsten Morgen auf zum Flughafen.

1.Stopover: Boston

Leuchtender Fisch unter Mikrokop
Leuchtender Fisch unter dem Mikrokop

Nach der Visakontrolle fuhr ich in die Stadt um mich mit meiner Gastgeberin – Simona zu treffen. Zum Glück ist das Wegfahren vom Flughafen kostenlos wie mir Simona erzählte, ich dachte schon ich wär die ganze Zeit schwarzgefahren. Sie kam grade erst aus der Uni und musste noch einmal zurück. Ich beschloss direkt mitzukommen. Wir waren bis früh in den Morgen unterwegs, durch die Harvard University, das MIT und die Sehenswürdigkeiten von Boston. Im Labor erwartete mich aber das Highlight bzw. „Fishlight“. Sie experimentiert mit genetisch veränderten Fischen die im Dunkeln leuchten. #MLG #MayorLeagueGenmanipulation

Nach 1,5h Schlaf ging es zurück zum Flughafen.

2.Stopover: Minneapolis

Bei der Ankunft noch alles normal, ging es zum Gepäckband. Warten… warten… warten… Der Flughafen leert sich und das Kofferband hält an. Ein Typ und ich stehen noch ohne Koffer da und gucken uns fragend an, als würde sich einer von uns gleich in den Koffer des anderen transformieren. Also ab zum Personal und sich höflich erkundigen: Wasch da los Junge?! Nach einigen Hin und her stellt sich heraus, dass unsere Koffer bereits weiter nach LA fliegen. „Schön für den Koffer“ stelle ich fest und gehe zum Ausgang.

Zum Glück werde ich von meinen Bekannten abgeholt die ich vorher aus Köln angeschrieben hatte. Schätzungsweise 12 Jahre haben wir uns nicht mehr gesehen (jetzt rechnet mal mit meinem Alter nach!). Wir machen eine Tour durch Minneapolis, in die „Mall of America“ und gehen essen bevor ich schon wieder zum Flughafen muss. Wenn ich kann, komme ich zu Weihnachten wieder nach Minnesota.

Panorama von der Endless Bridge über Minneapolis

Endlich in LA

Am Flughafen angekommen habe ich eine weitere Nachricht von einem Couchsurfing Host. Er kann mich erst am nächsten Abend in der Stadt abholen. Ich verbringe also die Nacht am LAX und am nächsten Morgen geht es in die Stadt um dort an einer Mall weiter zu schlafen bis mein Gastgeber mich abholen kann #Hightimes #LAlife

Bei ihm verbringe ich ein paar Tage in Long Beach bevor ich weiter nach Orange fahre um von dort aus meine Wohnungssuche zu STARTEN. Ja, ich hatte bis ich vor Ort war immer noch keine Unterkunft. Ich mietete mich eine Woche per Airbnb bei einem coolen Dude ein, erkundete die Stadt und fuhr zu den Wohnungen.

Mein neues Heim

Nachdem ich einen Lebenslauf und 3 Berichte früherer Mitbewohner eingeschickt habe (kein Witz), habe ich endlich mein Zimmer. Ich wohne jetzt in Brea. Die Stadt liegt nördlich von Fullerton. Da ich etwas abgelegen wohne und es hier recht hügelig ist, brauche ich etwa 30min mit dem Drahtesel zum Campus.

Die ersten Tage Uni und die Kurse

Vor Unibeginn hatten wir „Internationals“ den Check-in, wo wir unsere Zahlungsbestätigungen vorzeigen mussten, einen Studentenausweis beantragten, eine Campustour gemacht haben, usw. Dann gab es da noch den Orientation-Day. Dort haben wir mehr darüber erfahren, wie Uni hier funktioniert, Informationen zur Krankenversicherung erhalten, und und und.

Seit Montag haben wir Unterricht. Ich muss zum „class crashing“ und die Professoren fragen, ob ich noch in ihre Kurse darf, da ich nicht genug habe. Jetzt in der 2. Woche sollte ich das aber alles bekommen:

„Production 2“ (Filmproduktion),

„Entertainment Management“,

„Music in Film“ (Filmmusikanalyse),

„Jazz Improvisation“ und

„Introduction to Music Technology“ (Ton kreieren, mischen, etc.)

Wie geht es weiter

Jetzt wird erstmal in den geilen Uni-Kursen geackert, Ausflüge dürfen nicht fehlen (nächstes Wochenende geht es hoffentlich nach San Diego) und dann ist da natürlich die Präsidentenwahl. Das sind nur die Dinge die mir spontan einfallen.

Join the adventure!


Ein Kommentar

  1. 30. August 2016
    Antworten

    Geil Christoph, ich freu mich riesig das es mit den Staaten geklappt hat und dann auch noch an die CSUF – ich hoffe und denke du wirst es nicht bereuen.
    Ich wünsch dir ne geile Zeit und viel Erfolg

    Viele Grüße und bis dahin,
    Torsten

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