Geschichten aus Ayr und Umgebung

Lest euch die unglaublichen Geschichten und Erlebnisse von Dung, Moritz und Thomas durch und lasst euch von ihnen inspirieren. Sie erleben wirklich spannende Abenteuer, also viel Spaß beim Lesen und Staunen!


#wanderlust

Dung Nguyen Thuy
von Dung Nguyen Thuy

Hallo ihr Lieben! Ich bin’s, die Dung.

Die vergangenen Wochenenden waren echt verrückt bei mir. Ich habe mir von Anfang an vorgenommen, so viel wie möglich von Schottland zu sehen. Da mir einfach die Zeit fehlt, Reisen eigenständig zu organisieren, habe ich mich online nach Reiseangeboten erkundigt. Michèle, unsere „Cosmo X-Finnin“, hat letztes Jahr an der UWS Paisley die Summer School besucht und konnte mir die sogenannten „International Students UK Tours“ wärmstens empfehlen. An der Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an Michèle! Die Touren sind nämlich echt klasse. Ihr könnt da für relativ günstige Preise innerhalb kürzester Zeit sehr viel von Schottland sehen. Meist sind es Tagesausflüge, bei denen ihr mehrere Orte besucht.

Tour #1

Am ersten Wochenende war das Hauptziel „St Andrews“ – der Ort, an dem Prince William und Kate Middleton studiert und sich kennengelernt haben. Doch davor hieß es erst einmal für mich: 4.30 Uhr morgens aufstehen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Da der Reisebus 7 Uhr in Paisley abfährt, musste ich den Zug um 5.40 Uhr von Ayr nach Paisley nehmen. Die Zugfahrt dauerte etwa 45 Minuten. Es war 7 Uhr, der Bus startete. Wir holten noch schnell die Studenten aus Glasgow ab und fuhren zu unserem ersten Zwischenstopp Queensferry. Dort könnt ihr die berühmte Forth Bridge besichtigen, die übrigens auch auf dem 20 Pfund Geldschein abgebildet ist.

Forth Bridge in Queensferry
Forth Bridge in Queensferry

Danach hieß es: „Ab nach St Andrews!“. Endlich angekommen, kamen mir ein herrlicher Meeresduft und lauter gut gekleidete Menschen entgegen. Ich dachte erst, ich wäre in Monaco gelandet. Besonders dominant sind die Golfgeschäfte – so stehen auch gerne mal sieben Golfshops nebeneinander. Nicht umsonst wird St Andrews auch als „The Home of Golf“ bezeichnet. Auf dem Heimweg besuchten wir noch kurz „The Kelpies“. Das sind die größten Pferdekopf-Skulpturen der Welt – 30 Meter hoch und 300 Tonnen schwer (pro Pferdekopf!). Gegen 20 Uhr sind wir wieder in Paisley angekommen. Wie viel die Tour gekostet hat? Also für die Tour selbst habe ich £18 gezahlt, plus £9.30 für das Kombi-Zugticket Ayr- Paisley, Hin- und Rückfahrt. Also insgesamt circa £27.

Tour #2

Auf das zweite Wochenende habe ich mich besonders gefreut. Again, Treffpunkt war 7 Uhr morgens in Paisley. Es ging in die Highlands und somit für mich ein großer Wunsch in Erfüllung. Auf dem Weg dorthin haben wir den größten und schönsten See Großbritanniens „Loch Lomond“ besichtigt – fabelhaft, besonders bei Sonnenaufgang!

Loch-Lomond
Loch-Lomond

Nach knapp drei Stunden Busfahrt erreichten wir Glencoe in den Scottish Highlands. In Glencoe wurden unter anderem Filme wie Skyfall oder Harry Potter und der Gefangene von Askaban gedreht. Wir sind mit dem Bus die gleiche Straße entlang gefahren wie James Bond in Skyfall. Die Kulisse um uns war einfach atemberaubend. Anschließend waren wir noch am populären Loch Ness, im Nessieland und in Inverness – die Hauptstadt des schottischen Verwaltungsbezirks Highland und gleichzeitig die nördlichste Stadt des UK.

Schade finde ich jedoch, dass wir größtenteils nur durch die Highlands gefahren sind und nur kurze Fotostopps eingelegt haben – ist ja auch logisch bei so einer prallen Tagestour. Deshalb plane ich jetzt noch eine private Trekkingtour, bei der ich die Natur einfach auf mich wirken lassen kann. Trotz alledem kann ich euch die „ISUK Tours“ wirklich nur ans Herz legen, falls ihr mal die Chance haben solltet, in das UK zu reisen.

Tour #3

Die nächste geplante Tour steht Mitte Oktober an. Da werde ich ein Wochenende auf der „Isle of Skye“ verbringen. Ja, schaut euch die Google-Bilder an, Leute.

Bis dahin sind aber noch Berge von Hausarbeiten zu erledigen. Darum werde ich mich jetzt erst einmal zurückziehen, denn ihr wisst ja: „Erst die Arbeit, DANN das Vergnügen.“

See ya!


Das Leben in Ayr

Moritz Helas
von Moritz Helas

Am Campus der University of the West of Scotland hier in Ayr fiel mir als allererstes auf, dass er reichlich bepflanzt ist und eine wunderbare, ruhige Lage am Fluss Ayr hat. Es ist hier immer sehr ordentlich und sauber. Die Studentenunterkunft ist fünf Gehminuten vom Unigebäude entfernt, also praktisch gleich daneben. Man wohnt hier in Fünfer-WGs mit gemeinsamer Küche, hat aber sein eigenes Zimmer mit eigenem WC und Bad. Leider ist das Gelände der Uni recht weit von den Einkaufsmöglichkeiten entfernt. Zum nächsten kleinen Laden für den täglichen Bedarf läuft man zehn Minuten, will man einen größeren Einkauf machen, werden es gern auch zwanzig Minuten.

 

Saubere Gegend
saubere Gegend

Dabei sieht man allerdings eine Menge der Stadt. Die Reihenhäuser, der Baustil, sogar die Mülleimer lassen eine typisch britische Atmosphäre aufkommen und wirken einfach sympathisch. Wenn man am Fluss Ayr in Richtung der Küste vorbei an den Brücken läuft, ist das einfach ein toller Anblick. Der Strand von Ayr bietet einen Blick auf das Umland und die gebirgige Isle of Arran, ist jedoch ziemlich windig und nach einem Ausflug dauert es eine Weile bis man den Sand aus den Hosen- und Jackentaschen und vor allem den Schuhen losgeworden ist.

Strand von Ayr
Strand von Ayr

Doch zurück zur Uni selbst. Das Unigebäude ist wirklich sehr modern und vielseitig: Neben den Vorlesungssälen gibt es hier unter anderem Fernsehstudios, Theaterbühnen, eine Sporthalle, einen Partyraum und ein Fitnessstudio. Die Mensa ist außerdem direkt im Gebäude, dadurch geht einem in der keine Zeit durch zu lange Wege verloren. Kurz gesagt: das Umfeld des Studiums ist hier sehr schön –das regnerische schottische Wetter stört da kaum.

Unigebäude
Unigebäude

„Oh Captain my Captain“!

Thomas Kratzer
von Thomas Kratzer

Ganz schön verblüffend der Unterschied. Im Unterricht in Mittweida völlige Stille sobald der Dozent mit dem Unterricht beginnt. In Schottland läuft es ein bisschen anders ab. Aufgeregt stehe ich vor dem Hörsaal. Mein erster Tag an der neuen Universität. Meine erste Vorlesung: „Introduction to Scriptwriting“. Wie funktionieren Geschichten, wie werden Charaktere lebendig und glaubhaft? Im Hörsaal empfängt uns unser Dozent John Quinn mit einem Strahlen im Gesicht. Ab in die erste Reihe damit man auch was versteht, besonders bei dem schwierigen schottischen Akzent. Schon steht er vor dir. In dem Moment bereue ich mich in die erste Reihe gesetzt zu haben. „Was will er denn jetzt schon von mir? Hoffentlich verstehe ich ihn überhaupt“. „Und wie geht’s? Alles gut? Wie waren die Ferien?“ ist alles was er von mir wissen wollte. Und schon ist die Nervosität weg. Zuvor noch kein Wort mit ihm geredet, aber ein bisschen Smaltalk mit dem Dozenten schadet ja nicht. Sein Strahlen wird noch größer als er erfährt, dass wir die Deutschen in seinem Kurs sind. „Oh ich liebe Deutschland, da war ich schon öfters. Ich liebe es mit dem ICE zu fahren und in Deutschland klappt doch alles immer so reibungslos!“

Nach dem kurzen Plausch geht es dann richtig zur Sache. Die erste Frage die John uns stellt: „Was ist Drama?“ Und schon beginnt eine riesige Diskussion. So viele Leute hatte ich noch nie in einem Hörsaal über ein bestimmtes Thema diskutieren gehört. Jeder hat seine eigene Meinung. Es entstehen sogar kleine Konflikte zwischen den Kommilitonen, aber jeder lässt den anderen ausreden. Mit ein paar kleinen Einwürfen vom Dozenten bleibt die Diskussion lebendig.

Auf einmal passiert es und John steigt auf die Tische. Er klettert förmlich über die Studenten drüber. Ich selbst hatte so etwas zuvor noch nie erlebt – vor allem nicht im Hörsaal. Kommilitonen die aktiv im Unterricht mitdiskutieren und ein Dozent der vor dir auf dem Tisch steht. Gefühlt habe ich mich wie im Film „Der Club der toten Dichter“ mit Robin Williams als Dozenten vor mir. So schnell und viel, wie in dieser Vorlesung, habe ich wohl bis jetzt noch nie gelernt. Unterricht der begeistert und Kommilitonen die sich mitreißen lassen sind wirklich eine aufregende Kombination. Mal sehen ob es noch dazu kommt, dass der ganze Hörsaal auf den Tischen steht und John mit einem kräftigen „Oh Captain my Captain“ empfängt.


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