Mein Abenteuer Manila

Julia De Haney
von Julia De Haney

Entweder du liebst Manila oder du hasst es

Es ist eine Stadt mit vielen Fehlern, akzeptiert man diese jedoch, erwartet einen hier die Zeit seines Leben. Wie in meinem ersten Blogeintrag schon berichtet, ist Metro Manila die 12 Millionen große Hauptstadtregion der Philippinen und voller Überraschungen, Eindrücke und vor allem Leben. Manila schläft nie, egal zu welcher Uhrzeit, in den Straßen sind immer Menschen. Lachende, arbeitende, wohnende, hektische und ruhige Menschen. Würde man sich hier um vier Uhr Nachts an irgendeine Ecke der Hauptstadt setzen, hätte man nach einer Stunde alleine zehn verschiedene Geschichten zu erzählen.

Manila ist gefährlich – diesen Satz habe ich so unglaublich oft, sowohl von Europäern als auch von Filippos selber, gehört. Wie lebt man als Frau ein halbes Jahr in einer Stadt, die gefährlich zu sein scheint. Meine Antwort ist ganz einfach: Vertraue auf deinen gesunden Menschenverstand und habe keine Angst und ein wenig Vertrauen. In den ganzen vier Monaten in denen ich mich bereits in Manila befinde, habe ich nicht eine einzige schlechte Erfahrung gemacht.

Viele Filipinos würden Touristen empfehlen, keine öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Ich sage Schwachsinn. Wenn man das Land und vor allem die Stadt richtig erleben will, muss man unbedingt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren! Alleine die Art der Transportation ist einzigartig. So gibt es in Manila nur drei U-Bahnlinien… ja richtig, drei U-Bahnlinien in einer 12 Millionen-Stadt. Diese Tatsache ist auch der Grund dafür, dass Manila die Stadt mit dem schlimmsten Verkehr der Welt ist. Hier können schon mal 3 Kilometer 2 Stunden in Anspruch nehmen. Also Anpassung ist gefragt. Zur Rushhour ist es am schlausten zu laufen und wenn der Weg doch zu weit ist, wird am besten U-Bahn gefahren. Hier muss man sich aber auf eine kleine Kuschelpartie mit den Filipinos gefasst machen.

Ein weiteres Transportmittel hier sind die Jeepneys. Jeepneys sind die „Busse“ Manilas und neben Laufen, die billigste Möglichkeit von A nach B zukommen. Dabei handelt es sich um bunt bemalte Fahrzeuge, welche damals von den Amerikanern zurückgelassen worden sind und nun zu klein Bussen umgebaut wurden. Die Bemalungen der Jeepneys sind individuell, jeder sieht anders aus. Häufige Motive sind religiösen Figuren, Familienmitglieder oder Comic Helden. Von Jesus bis zu Mickey Mouse habe ich schon alles gesehen. In einen Jeepney passen ungefähr 20 Leute, diese Zahl variiert aber stark und man sitzt auch gerne mal zu 30. in dem lustigen Gefährt. Die Strecken, welche die Jeepneys in Manila abfahren, beschränken ich meistens auf ein bis zwei Straßen, danach muss man in einen anderen oder z.B. ein Trycicle umsteigen.

Tricycle ist ein einfaches Motorrad mit Beiwagen, in das zwei bis vier Personen passen. Aber wie auch bei den Jeepneys, nehmen es hier die Filipinos nicht so genau mit der Personenanzahl. Das Tricycle funktioniert wie ein billiges Taxi, ist aber auf ein bestimmtes Gebiet von ugf. 5 km begrenzt.

Metro Manila besteht aus siebzehn Städten

Ich selber wohne in Quezon City, hier leben Arm und Reich sehr nahe beisammen. Meiner Meinung nach ist diese Stadt eines der Besten um die Philippinen wirklich authentisch zu erleben. In Quezon befindet sich, neben meiner Universität, auch noch eine der größten Universitäten der Philippinen, die Univerity of Philippines, kurz UP. Durch den hohen Anteil der Studenten die hier leben, gibt es eine Menge Straßen mit kleinen schnuckeligen Restaurants und Bars, bei denen zu Studenten freundlichen Preisen gegessen und getrunken werden kann (essen für um die 3-6 Euro in Restaurants).

In Quezon City findet man auch einige grüne Spots. Neben den beiden sehr grünen Universitätsgeländen gibt es, neben kleineren Parks, zusätzlich noch den großen Quezon City Park. Hier trifft sich Jung und Alt gerne am Wochenende zum Picknicken oder zu organisierten Events und Shows.

Die reichen Städte von Manila sind das Finanzviertel Makati und Bonifacio Global City (BGC). Hier sieht man weder Straßenkinder noch Jeepneys und Tryicle. Auch Kakerlaken, welche in QC mittlerweile zu meinen gewohnten Nachbarn geworden sind, habe ich hier noch nie gesehen. Gerne fahre ich am Wochenende nach BGC, um mich ein wenig von dem Lärm und Gestank aus Quezon City zu erholen. Auch dass ich dort einfach mal die Straßen entlang laufen zu kann, ohne an einer Kohlenstoffdioxidvergiftung halb zu ersticken, erfreut mich immer wieder an dieser Stadt.

Das Ambiente dieser beiden Städte erinnert eher an eine Großstadt in Amerika, als an eine 3.-Welt-Stadt. Ein wenig ernüchternd finde ich dann aber doch die Tatsache, dass die meisten der philippinischen Bevölkerung Dank der hohen Armut nie auch nur einen Fuß in die Städte setzen werden können.

Deswegen würde ich mich immer wieder dafür entscheiden in Quezon City zu wohnen, auch wenn mir hier auf dem Weg zum Einkaufen die ein oder andere Kakerlake über den Weg läuft, ich schauen muss, dass mich kein Jeepney über den Haufen fährt und ich nach einem 20 minütigen Fußmarsch nichts lieber als eine erneute Dusche nehmen möchte.

Ich habe diese dreckige, aber unfassbar vielfältige Stadt mit ihren armen sowie wohlhabenden, stets lächelnden Menschen sehr ins Herz geschlossen. Und mir kommen jetzt schon die Tränen wenn ich daran denke, dass das Abenteuer Manila bald vorbei ist und ich mich in Kürze wieder im kühlen Deutschland befinde.

Join the adventure!


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